Meinungen zum neuen Bondfilm

Ein Quantum Trost

Auch nach 46 Jahren, die 007  in geheimer Mission und mit der Lizenz zum Töten über die Leinwand brettert und ballert, hat James Bond nichts an Attraktivität verloren. Das vorwiegend junge Publikum strömt zur Vorschau ins Neckarsulmer Cineplex, um sich „Ein Quantum Trost“ abzuholen. Pures Sehen iss nicht, suggerieren doch Kamera und Sound mitten drin zu sein, in einer der unzähligen Verfolgungsjagden zu Land, zu Wasser, in der Luft oder durch ein flammendes Inferno. Nicht allein turbobeschleunigte Schnitte dramatisieren das Rennen ums Leben, dieser neue Bondfilm imponiert durch wilde Gegenschnitte kulturell aufgeladener Events, wie der Oper Tosca in Bregenz oder dem historischen Pferderennen in Siena.

In der Rolle des britischen Agenten zum zweiten Mal Daniel Craig, der Steve McQueen, dem coolsten Hund, den Hollywood in den 60er und 70er Jahren zu bieten hatte, mehr ähnelt, als seinen Vorgängern Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan. Wenngleich noch immer Connery hoch in der Publikumsgunst steht, geben die Heilbronner Craig gute Noten. Laura Gabel (20) aus Bad Rappenau findet ihn „originell“. Er „wirkt nicht so gelackt wie Brosnan, verkörpert die Aggressivität der Rolle sehr gut und kann Gefühle zeigen“, so Benjamin Ehnle (25) aus Neuenstadt und, laut Jochen Auerbach (26) aus Oedheim „verleiht der Brite James Bond eine neue Dimension, menschlicher und härter“.

Eine „schöne Weiterentwicklung der Bond-Figur“ meint Rüdiger Faust (26). Dem Restaurator aus Öhringen gefällt die „typische Bondstory“, die gut in die heutige Zeit integriert sei. „Welche Story?“ fragt hingegen Klaus Schube (47) aus Brackenheim, der Stunts und Action für „fast zu schnell für’s Auge“ hält und damit die Meinung von Stefanie Kaufmann (24) teilt. Der Kauffrau aus Bad Friedrichshall gefallen die neuen „sehr attraktiven Bondgirls“, die der 18-jährige Simon Kersten aus Bad Wimpfen allerdings für „zu brutal“ hält. Er steht mehr auf exklusive Sportwagen, wie den Aston Martin, der im Vorspann das Kino zum Vibrieren bringt. „Nix geht über schnelle Autos“ sagt Raoul Vogg (25) aus Neckarsulm, der zudem angetan ist von Kameraführung und Animation, den „netten Computergimmicks“, wie er sagt und anmerkt: „Es ist wahrscheinlich der erste Bond, bei dem ich schon Mal an einem Drehort war“. So viel Realitätsnähe war selten.

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