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	<title>Leowelzin's Weblog</title>
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		<title>„Die Mauer muss weg, auch in den Köpfen!“</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 07:12:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leowelzin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Brackenheim: Schüler-Aktion und Plakate zum 50. Jahrestag des Mauerbaus Ajax oder Pudax? Brathähnchen oder Broiler? Ob Scheuer- oder Lebensmittel, mit dem Bau der Mauer beginnt sich die DDR abzuschotten, aus Angst die intellektuelle Elite würde in den Westen abwandern. Obwohl der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 bei einer Pressekonferenz noch verkündet hatte: „Niemand [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1239&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Brackenheim: Schüler-Aktion und Plakate zum 50. Jahrestag des Mauerbaus</p>
<p>Ajax oder Pudax? Brathähnchen oder Broiler? Ob Scheuer- oder Lebensmittel, mit dem Bau der Mauer beginnt sich die DDR abzuschotten, aus Angst die intellektuelle Elite würde in den Westen abwandern. Obwohl der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 bei einer Pressekonferenz noch verkündet hatte: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“, beginnt am 13.August 1961 der Mauerbau, und damit verläuft mitten durch Deutschland die heißeste Grenze des kalten Krieges.</p>
<p>Im August 2011 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 50. Mal. Anlässlich dieses geschichtsträchtigen Ereignisses zeigt das Theodor Heuss-Museum neben der (Plakat-) Ausstellung &#8222;Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland&#8220;, erstellt im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Kultur, eine Kunst- und Geschichts-Installation von Schülerinnen und Schülern des Zabergäu Gymnasiums.</p>
<p>Da war mal was?! Drüben, wo ist das? Wie erfährt die Generation Einheit, also die nach 1989 Geborenen die deutsche Teilung? Mauererfahrungen damals und heute thematisiert die Gemeinschaftsarbeit von Schule und Museum. „Es ist etwas ganz Besonderes in einem Museum so frei schalten und walten zu können“ sagt die Kunstlehrerin Martina Wrieden-Rupprecht erfreut über die fruchtbare Zusammenarbeit, bei der sie die ästhetische Seite, Museumsleiterin Blach die politisch-inhaltliche Seite betreut habe. Museumsleiterin Susanne Blach beruft sich auf den bildungspolitischen Auftrag des Museum und ist ihrerseits voll Bewunderung über den Einsatz der Gymnasiasten.</p>
<p>Blach hat den Seminarraum im Dachstuhl der Schülergruppe überlassen, die eine Woche lang aus unzähligen Pappkartons eine Mauer hoch gezogen, mit typischen Ost- und Westparolen beschriftet und mit Stacheldraht gekrönt haben. „Als wir die Mauer durch den Raum gebaut haben, ist uns schnell klar geworden, wie sehr eine Mauer die Kommunikation behindert“, erläutert Judith Daniels ihre Erfahrung. Ihr Mitschülerin Pascal Gerhäusser unterstreicht, wie sehr durch diese Aktion in einem Raum, in dem sonst standesamtliche Trauungen stattfinden, das geschichtliche Hintergrundwissen erweitert und vertieft wird.</p>
<p>Kinder- und Schulbücher, Kleidung und Spielsachen, Urkunden und viele andere persönliche Dokumente haben die Schüler zusammengetragen, teils in die Mauer aus Kartons integriert, teils in Koffern, die die Flucht symbolisieren drapiert. Unersetzlich wertvolle Stücke werden in Vitrinen präsentiert. „Ich bin begeistert, was da im Wortsinn an Geschichtserfahrung für die Jugendlichen rumkommt und wie sehr sie sich identifizieren. Auch welch kluge Fragen da auftauchen“, bilanziert Blach.</p>
<p>Beglückt über das Engagement der Elft- und Zwölftklässler hält sie bei der Eröffnung ein kleines gerahmtes Objekt hoch: „Diese Mauerbröckchen habe ich noch heute bekommen.“ Wie viele der Gegenstände, die zum Teil stark emotional besetzt und symbolisch aufgeladen sind, wird auch das Objekt mit den Mauerstücken in die Ausstellung integriert. Ende September wird es mit Schülerinnen und Schülern eine &#8222;Finissage mit Demontage&#8220; geben, ergänzt Blach, „Denn selbstverständlich gilt: Die Mauer muss weg &#8211; auch in den Köpfen!“</p>
<p>Info: Plakat-Ausstellung und Installation sind bis 25.September 2011 im Seminarraum des Theodor Heuss Museums während der Öffnungszeiten zu sehen: donnerstags 14-17 Uhr, Samstag und Sonntag 11-17 Uhr und nach Vereinbarung. Der Eintritt zur Plakat-Ausstellung ist frei.</p>
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		<title>Frühwarnsystem Kunst</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 09:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leowelzin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Block und Schmidt in der Produzentengalerie B27 Offenau Hand in Hand gehen in der neuen Ausstellung der Offenauer Produzentengalerie B27 die akribischen Modellbauten von Peter Schmidt mit den oft großformatigen Gemälden à la Kokoschka und Bacon von Dominika Block. So unterschiedlich die Machart, so deutlich die Zielsetzung: Kunst ist nicht Selbstzweck im Sinne von l’art [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1226&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Block und Schmidt in der Produzentengalerie B27 Offenau</p>
<p>Hand in Hand gehen in der neuen Ausstellung der Offenauer Produzentengalerie B27 die akribischen Modellbauten von Peter Schmidt mit den oft großformatigen Gemälden à la Kokoschka und Bacon von Dominika Block. So unterschiedlich die Machart, so deutlich die Zielsetzung: Kunst ist nicht Selbstzweck im Sinne von l’art pour l’art, sondern ein Sensor am Puls der gesellschaftlichen Realität. So verstanden gleicht die sensibilisierte Wahrnehmung der Künstler einem „Frühwarnsystem“.</p>
<p>„Sportplatz“, „PutzMunter“ und „Stahl für die Welt“ nennt Schmidt seine im Maßstab 1.87 verkleinerten Wirklichkeitssegmente. Unter der Spaß- und Sportebene eines Fußballspiels agiert auf mehreren Etagen ein Sicherheitsapparat. Ein Okular gibt Einblick in diesen hoch technisierten Untergrund aus Leuchtdioden, Blinklämpchen, einsatzbereitem Flugzeug und Personal. „PutzMunter“ dokumentiert den Wirkungsbereich kosmobiler Putzfrauen und Müllmänner. In der Tradition von Sandkastenspielen und Modellbau ist „Stahl für die Welt“, analog zu „Brot für die Welt“ ein Streifzug auf der Spur des Rohstoffs. En miniature in China, Afrika und Indien, reichert Schmidt die soziale Wirklichkeiten durch Hintergrundinformationen an. Der 53-jährige Schmidt weiß, wovon er spricht. Einst Maschinenbauingenieur beim Daimler, wird er heute als Leiharbeiter vom indischen Konzern Tata beschäftigt.</p>
<p>Bis zum elften Lebensjahr in Polen, danach in Heilbronn aufgewachsen, befasst sich die 31-jährige Malerin ausgehend von persönlichen Erfahrungen mit gesellschaftlichen Themen. „Das Leben klagt den Tod an“ lautet ein Selbstportrait, „Können wir die Zukunft verändern?“ fragen zwei der 20 Bilder. &#8222;Peace, Love and Harmonie? Good Bye Mr. Bush” &#8211; einen Raum hat die bekennende Pazifistin Amerika gewidmet. Das Bush-Bild, eine chaotische Materialschlacht, steht neben einer, vom unsichtbaren Reich des Ku-Klux-Klan bedrohten Hommage an Obama. Gegenüber der lachende Dritte, Warhol und „Andys Geheimrezept für den Erfolg“.</p>
<p>Info: Artikel vom 14.November 2008. Neue Ausstellung &#8222;mein Bahnhof&#8220; von Peter Schmidt ab Freitag, 12.8. um 18Uhr  in &#8222;Unserem Pavillon&#8220; im Stuttgarter Schlossgarten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leowelzin.wordpress.com/1226/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leowelzin.wordpress.com/1226/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1226&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schatten einer anderen Dimension</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 09:28:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leowelzin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werke von Hiromi Akiyama, Bernd Hennig und Hans Michael Franke in der Galerie Rieker Eine Flugrostschicht überzieht den Sockel aus Corten-Stahl. Darauf  eine Skulptur aus schwarzem Granit. Hiromi Akiyama (1937) hat aus dem Tiefengestein keine massive, kompakte Form geschaffen, sondern einen Rahmen, der glatt poliert die Leere umschließt. Das Werk des Künstlers aus Hiroshima, der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1235&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werke von Hiromi Akiyama, Bernd Hennig und Hans Michael Franke in der Galerie Rieker</p>
<p>Eine Flugrostschicht überzieht den Sockel aus Corten-Stahl. Darauf  eine Skulptur aus schwarzem Granit. Hiromi Akiyama (1937) hat aus dem Tiefengestein keine massive, kompakte Form geschaffen, sondern einen Rahmen, der glatt poliert die Leere umschließt. Das Werk des Künstlers aus Hiroshima, der in Tokio und Paris studiert, bevor er 1978 einen Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe übernimmt, reflektiert nicht nur zen-buddhistische Philosophie, Akiyama überträgt die japanische Ästhetik – die vornehmlich in der Tuschmalerei, der Kalligrafie und dem Noh-Drama entwickelt wurde &#8211; in die Bildhauerei.</p>
<p>Die Ausstellung „irgendwie geht“ in der Galerie Manfred Rieker stellt neben Akiyamas Werke jene seiner Schüler, dem Heilbronner Bernd Hennig (1952) und dem in Hanau geborenen Hans Michael Franke (1963). Die Werkschau ergänzt das plastische Schaffen der Bildhauer durch Zeichnungen, woraus sich eine spannende Ausstellungsdramaturgie ergibt.</p>
<p>„Shadow-Wall“ oder „Dynamische Verbindung“ titelt Akiyama sein zeichenhaftes Spätwerk, frühe Arbeiten sind lediglich nummeriert. „Skulptur ist der Schatten einer anderen Dimension“, so der Künstler und Lehrer. Das beginnt bei der Wahl des Materials. Arbeitet der Japaner, der das Trauma der Atombombe als Achtjähriger erfährt, mit erstarrtem Magma &#8211; aus dem heißen Erdinneren kommend steht Granit für Härte, Widerstandskraft und Wetterfestigkeit -, bevorzugt Franke Muschelkalk. „Wall“ und „Spaceframes“ sind Titel, die inhaltlich auf den Lehrer verweisen. Das hellgraue Sedimentgestein mit Meeres-Einschlüssen ist stark erosionsgefährdet und leichter zu bearbeiten. Franke variiert das Thema Ummantelung und suggeriert die Elastizität des Steins. „One step beyond“, also einen Schritt weiter geht er 2009 mit einem gekippten Eckstück aus Marmor.</p>
<p>Hennig hingegen verwendet Beton den er mit Stahldraht und anderen Materialien wie Latex kombiniert. „Selina-Orbit“, „Olivia-Orbit“ oder „Olivia bringt Rot“, seine Gussformen – immer auch eine Reverenz an seine Modelle (Selina ist eine Kuh, Olivia eine Frau), wie seine Zeichnung „Felix“, umweht ein zarter Hauch von Ironie und Vergänglichkeit. Das alltägliche irdische Baumaterial Beton wird zur Schnittstelle von Archaik und Weltall, zu Schatten einer anderen Dimension: ein deutscher Niederschlag der japanischen Lehre von der reinen Leere.</p>
<p>Info: Ausstellung „irgendwie geht“, Skulpturen, Plastiken und Zeichnungen von Hiromi Akiyama, Bernd Hennig und Hans Michael Franke in der Galerie Manfred Rieker, Heilbronn, Unter der Friedrich Ebert-Brücke, bis 14. August, dienstags bis freitags 14-18.30Uhr, sowie samstags und sonntags von 11-13 Uhr.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leowelzin.wordpress.com/1235/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leowelzin.wordpress.com/1235/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1235&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Helle Schlanke und dunkle Runde</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 09:05:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Götzenburg Jagsthausen: Skulpturenpark mit Werken von Angelika Wetzel und Rotraud Hofmann Alljährlich zieht mit dem Auftakt der Freilichtspiele neues Leben in das geschichtsträchtige Gebäude. Das Gelände rund um die Götzenburg verwandelt sich in einen Skulpturenpark. In diesem Jahr haben die Bildhauerinnen Angelika Wetzel (1934) Bronzen und Rotraud Hofmann (1940) Werke aus Marmor auf der Grünfläche [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1231&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Götzenburg Jagsthausen: Skulpturenpark mit Werken von Angelika Wetzel und Rotraud Hofmann</p>
<p>Alljährlich zieht mit dem Auftakt der Freilichtspiele neues Leben in das geschichtsträchtige Gebäude. Das Gelände rund um die Götzenburg verwandelt sich in einen Skulpturenpark. In diesem Jahr haben die Bildhauerinnen Angelika Wetzel (1934) Bronzen und Rotraud Hofmann (1940) Werke aus Marmor auf der Grünfläche zwischen Vorburg und Stammsitz der von Berlichingen installiert.</p>
<p>Sieben schlanke Marmorstelen säumen den Parkrundweg. Weiß leuchtet ein Single aus Estremoz-Marmor mit dem Titel „Veränderung“. Im Duo aus Belgischem Sandstein begegnen sich „Durchblick“ und „Veränderung 2“. Die Vierergruppe &#8211; eine zartrosa „Stufenstele“, die „Atmung“ aus Rauchkristall, der „Stufenstein“ und die „Zeit“ aus Brasilianischem Marmor -variiert das Thema rhythmischer Strukturen. Weiche Verläufe kontern die Härte des Materials. Verschobene Volumen, Ritzungen und Einkerbungen setzt Rotraud Hofmann gegen die organisch gewachsene Musterung des Steins. Marmor gewordene kompositorische Regeln des Barock türmen sich in der „Hommage an J.S.B.“.<br />
Wie Sensoren strecken sich, hell und grazil, die abstrakten Werke aus den letzten beiden Schaffensdekaden auf der offenen Grünfläche. Ganz anders in der angrenzenden Keltergasse, da tummelt sich mythische Frauenfiguren. Eine „Faunin“ hockt im Gebüsch neben einer Sitzbank, dreht selbstbewusst den Kopf, mit keckem Blick den Betrachter musternd. Ihr gegenüber hält eine „Eva“ die Nase in den Wind, wohltemperiert scheint sie ein idealer Landeplatz für Marienkäfer und andere Insekten zu sein. Eine „Hockende“ und der „Antike Torso“ ergänzen das Geviert aus dunklen Bronzen.</p>
<p>Hier die in Marmor gemeißelte Abstraktion musikalischer und universeller Rhythmen, da die in Bronze gegossenen Akte mythischer Frauengestalten. Hell und schlank versus dunkel und rund liegt der Reiz der Ausstellung in der Gegensätzlichkeit der Exponate. Zugleich verlocken die unterschiedlichen Schaffensepochen &#8211; bei Rotraud Hofmann die letzten 20 Jahre, bei Angelika Wetzel das Frühwerk aus den 50er und 60er Jahren – zu einem historischen Diskurs der Bildhauerei, und, selten genug, zur Entwicklung weiblicher Perspektiven des Metiers.</p>
<p>Zur Person:</p>
<p>Angelika Wetzel, 1934 in Häfnerhaslach geboren, studiert Bildhauerei bei Emilio Greco an der Accademia di Belle Arti Carrarra, in Stuttgart und in Berlin bei Bernhard Heiliger an der Hochschule für Bildende Künste. 1983-84 übernimmt sie in Vertretung von K. H. Seemann die Leitung der Grundklasse an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Zahlreiche Auszeichnungen, Ausstellungen und Arbeiten im öffentlichen Raum. Die Künstlerin lebt in Stuttgart.</p>
<p>Rotraud Hofmann, 1940 in Aalen geboren, hat Bildhauerei an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert. Seit 1966 freischaffend, Teilnahme an  Bildhauersymposien,  Einzel- und Gruppenausstellungen, lebt und arbeitet sie in  Fellbach. Ein Interessenschwerpunkt ist die Architekturbezogene Plastik im öffentlichen Raum.</p>
<p>Info: Die Skulpturen von Angelika Wetzel und Rotraud Hofmann werden bis 18. September 2011 in der Keltergasse, am Eingang zur Götzenburg, im Park der Götzenburg und im Rathaus ausgestellt.</p>
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		<title>Aufgeben gilt nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 18:20:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Andersen-Märchen]]></category>
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		<category><![CDATA[Dorit Kuhnle]]></category>
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		<description><![CDATA[Autorin im Gespräch: Wolfgang Niess stellt Mirjam Pressler vor Grimms Märchen seien ihr eigentlich lieber gewesen, gesteht Mirjam Pressler. Doch weil ihre Protagonistin Hanna in Dänemark Unterschlupf gefunden hat, bevor sie nach Theresienstadt deportiert wird, beschäftigt sich die Autorin mit Andersen-Märchen und, je weiter sie sich bei der Recherche zu ihrem jüngsten Werk „Ein Buch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1221&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Autorin im Gespräch: Wolfgang Niess stellt Mirjam Pressler vor</p>
<p>Grimms Märchen seien ihr eigentlich lieber gewesen, gesteht Mirjam Pressler. Doch weil ihre Protagonistin Hanna in Dänemark Unterschlupf gefunden hat, bevor sie nach Theresienstadt deportiert wird, beschäftigt sich die Autorin mit Andersen-Märchen und, je weiter sie sich bei der Recherche zu ihrem jüngsten Werk „Ein Buch für Hanna“ darin vertieft, desto passender erscheinen ihr Geschichten, wie die, vom standhaften Zinnsoldaten: „Immer etwas traurig, aber mit einer gewissen Hoffnung“.</p>
<p>Nach Inge Jens, Wolfgang Schorlau und Edzard Reuter stellt Wolfgang Niess die Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler in der Reihe der „Autor im Gespräch“ vor. Steht bei Autorenlesungen üblicherweise das Werk im Mittelpunkt, lenkt Niess, im Dialog, das Augenmerk auf den Kulturfaktor Buch im Zusammenhang mit den Autoren. Das Konzept, vom SWR-Redakteur Niess 1994 ins Leben gerufen, stößt seit einem Jahr auch beim Heilbronner Publikum auf großes Interesse – ein Gewinn für alle Beteiligten ist diese Kooperation von SWR, der Stadtbibliothek und dem Theater Heilbronn.</p>
<p>Die Kammerspiele sind gut besucht. Zu Recht, denn Pressler, Jahrgang 1940, imponiert nicht nur durch 30 eigene Romane, sowie an die 400 Übersetzungen aus dem Englischen, Niederländischen und Hebräischen, sie beeindruckt durch ihren „einfühlsamen Blick auf die Erlebnis- und Gefühlswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“, so Bibliothekarin Dorit Kuhnle bei der Begrüßung.</p>
<p>Wie ist die Spätstarterin zum Schreiben gekommen?  Eigentlich hatte sie Malerin werden wollen. Liebe, Leben im Kibbuz, drei Töchter, Trennung vom Lebenspartner, schließlich zurück in Deutschland ist die alleinerziehende Mutter auf Jobs angewiesen. Sie arbeitet in einer Jeansboutique, weil das aber gerade mal für die Miete reicht, macht sie einen Taxiführerschein und beginnt zu schreiben. Gleich ihr Erstling „Bitterschokolade“ 1980 erschienen und mittlerweile in 22 Auflagen herausgebracht, ist ein Riesenerfolg. Jede Menge Schreib- und Übersetzungsaufträge folgen, eines ihrer Hauptwerke ist die Kritische Werkausgabe der Tagebücher der Anne Frank.</p>
<p>Ob im Schreiben auch ein Stück weit Bekenntnis zu den eigenen Wurzeln stecke, will Niess wissen. Es ist ungeheuer spannend der Autorin mit der Stimme einer Schauspielerin vom Schlag einer Hannelore Hoger zuzuhören, mit ihr in ihre Biografie zu tauchen. Ein Leben voll Schaffensdrang, Lebensweisheit und sprachlichem Feingefühl, voll verrückter Anekdoten und überraschender Blickwinkel. Am Ende der Lese-Kostproben liest Pressler das letzte Kapitel aus „Ein Buch für Hanna“. Die Protagonistin feuert sich in einem inneren Monolog selbst an: „Los, Hanna, du schaffst es! Aufgeben gilt nicht.“ Es könnte das Credo der Autorin sein.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leowelzin.wordpress.com/1221/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leowelzin.wordpress.com/1221/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1221&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Nachbetrachtung „Tanz!Heilbronn“</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 18:01:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>leowelzin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur International]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzartikel 2011]]></category>
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		<description><![CDATA[Gedanken zur Rezeption des zeitgenössischen Tanzes „Interkultureller Austausch beginnt mit Missverständnissen“ – dieser Satz des japanischen Butoh-Tänzers und Choreografen Isamu Osuga (Byakko-Sha, Kyoto) steht leitmotivisch über „Tanz!Heilbronn“. Welcher Art sind sie und wohin führen diese Missverständnisse? Die Kuratorin Karin Kirchhoff hat beim dritten Tanzfestival unter der Intendanz von Axel Vornam wunderbare Tanzstücke eingeladen. Auf Seiten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1219&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gedanken zur Rezeption des zeitgenössischen Tanzes</p>
<p>„Interkultureller Austausch beginnt mit Missverständnissen“ – dieser Satz des japanischen Butoh-Tänzers und Choreografen Isamu Osuga (Byakko-Sha, Kyoto) steht leitmotivisch über „Tanz!Heilbronn“. Welcher Art sind sie und wohin führen diese Missverständnisse?</p>
<p>Die Kuratorin Karin Kirchhoff hat beim dritten Tanzfestival unter der Intendanz von Axel Vornam wunderbare Tanzstücke eingeladen. Auf Seiten der Tanzschaffenden haben die Aufführungen vor allem eins offen gelegt: das kreative Potential im interkulturellen Austausch scheint für Tänzerinnen und Tänzer, für Choreografinnen und Choreografen schier unerschöpflich.</p>
<p>Es reicht von relativer Beliebigkeit des in Frankreich beheimateten Choreografenpaares Héla Fattoumi und Eric Lamoureux, die mit „Just to Dance…” das Festival eröffnen, bis zum hierarchisch gegliederten Männer-Ensemble Sankai Juku, mit deren Stück „Tobari – Wie im unendlichen Fluss der Energie“ die Tanztage ausklingen.</p>
<p>„Just to Dance . . .” verspricht im Programmhefttext „eine Symphonie des Andersseins“, das durch die multikulturelle Kollaboration der neun Tänzer von drei Kontinenten entstehe. In Soli, Duetten und Trios werden reihum nationale Tanzformen und Bewegungsmuster sowie Klischees der Unterhaltungsindustrie aufs Korn genommen. „My name is Hattori, Tetsuro Hattori“, mit Stirnbinde samt nationalem Emblem, Hosenrock und Geta (japanischen Holzsandalen) bekleidet, fuchtelt die Karikatur eines wild gewordenen Japaners mit dem Schwert herum und feuert die Mittänzer an, aus einem überdimensionalen Papierquadrat eine Origami-Figur zu falten. Eine witzige Sequenz, die paradigmatisch für interkulturelle Verständnisschwierigkeiten ist.</p>
<p>Das ganze Tanztheater, nebenbei ein nettes Ablenkungsmanöver der mittelprächtigen Tanztechnik, kulminiert im Stillstand, um den Sinn stiftenden Worten von Édouard Glissant zu lauschen. Der Schriftsteller und Kulturtheoretiker, der zeitlebens zwischen seiner Heimat Martinique und seiner Wahlheimat Paris pendelte, ist dort am 3. Februar 2011 verstorben. Mit Verweis auf den Jazz als gelungenes Beispiel multikultureller Kreativität, plädiert er im eingespielten O-Ton für die „Idee der Vermischung, der Multikulturalität und der Kreolisierung“. Man solle sich vom Gedanken verabschieden, dass Unterschiede etwas sind, das Gegnerschaft erzeuge.</p>
<p>Glissant spricht von intuitivem Verstehen, von einer kommenden Poetik, die die Beziehungen zwischen den „verschiedenen Menschheiten“ (bewusst im Plural) harmonisieren werde. Ob die Gruppe den intellektuellen Vordenker in Fragen postkolonialer Identität richtig verstanden hat, wenn sie sich am Ende des Stückes ethnisch sortiert, als europäisches, asiatisches und afrikanisches Trio präsentiert? Der Schluss wirkt wie die Kapitulation vor dem selbst formulierten Anspruch einer „Symphonie des Andersseins“.</p>
<p>Es wundert kaum, dass sich das Publikum nach der Vorstellung weniger über den profanen Tanz, die Interkulturalität der Menschheiten und die „Kreolisierung der Kultur“ unterhält, als über das Theremin, die Funktionsweise des kaum bekannten Klangerzeugers und die tänzerische Spielweise der Musikerin.</p>
<p>Ganz anders Sankai Juku, eine rein japanische Männergruppe, die nur in der Altersstruktur differiert. Was sie verbindet ist eine gemeinsame, fast 40-jährige Geschichte der tänzerischen Zusammenarbeit sowie die starke Verwurzelung im eigenen kulturellen Kontext, das heißt mit identischer Sprache und einem von Shinto und Zen-Buddhismus geprägtem Hintergrund. Zu diesem gehört auch ein besonderes Naturverständnis, das sich im Namen Sankai (Berg-Meer) Juku (Nachhilfe) widerspiegelt.</p>
<p>Der Körper ein Tempel, der Tanz eine heilige Handlung, wo sich das Abendland auf die (Heilige) Schrift bezieht, wird in Japan &#8211; vom Kulttanz über Noh-Dramen bis in den zeitgenössischen Butoh -, in erster Linie der Tanz, und damit das Instrument des Tanzes, also der Körper verehrt und gepflegt. Über ihn vermittelt sich der Kreislauf der ewigen Wandlung von Geburt, Leben, Tod und Wiederkehr. „Tobari. Wie im unendliche Fluss der Energie“ nennt die japanische Butoh-Gruppe Sankai Juku ihr Stück, das den stetigen Wandel zelebriert.<br />
So geschmeidig und fließend wie die Übergänge von meditativ-sakraler zu sportiv-profaner Kunst in Fernost, so organisch sind Gesten und Bewegungen.</p>
<p>Acht Tänzer, darunter der Gründer der Gruppe Ushio Amagatsu, schweben über den, mit Puder ausgelegen Boden. Solistisch, in Dreier- und Viererkonstellationen umkreisen sie wie von magischer Hand geführte Planeten, ein reflektierendes Oval in Bühnenmitte. Sie wachsen Pflanzen gleich, sacken in sich zusammen oder verschwinden im Dunkel. Immer wieder werden Zeichen in den Raum geschrieben, aus Gesten, Fingerzeig und stummer Klage, die eine wortlos sanfte Sprache der Demut sprechen.</p>
<p>Tobari ist der Vorhang zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Erkenntnis und Nichtwissen, zwischen Stille und Klang. Diesen Vorhang nimmt die Inszenierung wörtlich, er schiebt sich als trennendes Element zwischen Bühnenhintergrund, ein mit Sternen übersäter Himmel, und den Ritualraum davor. Begleitet von raffinierten Klangmetamorphosen (Takashi Kako, Yas-Kas, Yochiro Yoshikawa), die mit wenigen rhythmischen Akzenten den endlosen Energiestrom suggerieren, greift die eingeschworene Gemeinschaft kahl geschorener, schlohweiß geschminkter Tanz-Mönche, am Rande des Alls, ins Nichts.</p>
<p>Stehende Ovationen für diesen Tanz ohne Worte, der für sich selbst spricht. Aus dem Bann des Stückes in die profane, fast tanzlose Realität, klatscht sich das Publikum am Ende eines wunderbaren Tanzfestivals sprachlos, mit viel Applaus langsam heraus.</p>
<p>Das Grundmissverständnis liegt wohl im Verhältnis von Sprache und Körper. Am Anfang war das Wort. Seit biblischen Zeiten sprechen wir Europäer der Sprache als Erkenntnisinstrument einen übergeordneten Rang zu. Die Empirie des Körpers ist im Laufe unserer Geschichte mehrfach in Misskredit geraten. Der zeitgenössische Tanz europäisch-amerikanischer Herkunft tritt an, gegen jahrhundertealte Einschreibungen, in denen der Tanz des Teufels war und die Leiblichkeit auf (sündhafte) Sexualität verkürzt wurde. Er kämpft an gegen hierarchisch kopflastige Körperkonzepte und bedient sich paradoxerweise doch immer wieder der Sprache, wie fast alle nichtasiatischen Tanzstücke des Heilbronner Festivals gezeigt haben.</p>
<p>Statt in den unendlichen Fluss der Energie zu tauchen, sich einer mystischen Erfahrung hingebend und im Urvertrauen auf die synästhetische Wahrnehmung, Musik, Bewegung, Körper und Bilder zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen zu lassen, rufen wir nach Exegeten, die mittels Analyse Inhalt, Form und Bedeutung herausdestillieren sollen. Im ewigen Davor und Danach der Sinn- und Identitätssuche entgeht uns die universelle Präsenz des Tanzes.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leowelzin.wordpress.com/1219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leowelzin.wordpress.com/1219/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1219&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Am Lack der Verführer gekratzt</title>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 16:10:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Molières „Tartuffe“: Inszenierung der Badischen Landesbühne Bruchsal zu Gast in Bad Friedrichshall Jeder Heuchler braucht einen, der ihm Ohr und Glauben schenkt. Letzterer ist Orgon, ein Großbürger, der familiäres Glück und materielles Wohl mit Gottes Segen veredeln möchte. Da passt ein Mann schöner Worte, wie der Herr Tartuffe, gut ins Konzept. Orgon beherbergt den schmierigen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1213&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1216" title="tartuffe" src="http://leowelzin.files.wordpress.com/2011/05/tartuffe.jpg?w=460" alt=""   /></p>
<p>Molières „Tartuffe“: Inszenierung der Badischen Landesbühne Bruchsal zu Gast in Bad Friedrichshall</p>
<p>Jeder Heuchler braucht einen, der ihm Ohr und Glauben schenkt. Letzterer ist Orgon, ein Großbürger, der familiäres Glück und materielles Wohl mit Gottes Segen veredeln möchte. Da passt ein Mann schöner Worte, wie der Herr Tartuffe, gut ins Konzept. Orgon beherbergt den schmierigen Frömmler nicht nur, er will ihm seine Tochter zur Frau geben (obwohl sie bereits mit einem anderen verlobt ist). Als sich die Familie widersetzt, enterbt Orgon kurzerhand die Nachkommen und vermacht alles dem vermeintlich Gottergebenen.</p>
<p>Molières Erfolgsstück „Tartuffe“, das 1664 uraufgeführt, verboten und erst in dritter Fassung 1667 vom Sonnenkönig gebilligt über die Bühne geht, um schließlich bejubelt zu werden, findet auch dreieinhalb Jahrhunderte später, in der Inszenierung der Badischen Landesbühne (Regie: Carsten Ramm), beim Publikum großen Anklang.<br />
Die Bühnenbildnerin Ines Unser hat das einst prunkverliebte Ausstattungsstück auf eine helle Rückwand, eine Alu-Trittleiter, einen (Tapezier-)Tisch und ein paar Stühle reduziert. Zur Tugend der entschlackten Bühne, gesellt sich der, auf 90 kurzweilige Minuten verknappte Fünfakter in Reimform. Als Wink des Hier und Heute beginnt die Komödie mit einem Gospelsongs, die Akteure, allen voran Markus Hennes in der Rolle des Tartuffe, animieren zum Mitsingen.</p>
<p>Auf Wortwitz und Dialoge konzentriert, inszeniert Ramm tempo- und anspielungsreich, flicht immer wieder Bildzitate ein. Analog zu Michelangelos berühmtes Fresco „Die Erschaffung Adams“ mit der Frage: Berühren sich die Finger der beiden?, strecken sich Elmire und Tartuffe die Arme sehnsuchtsvoll entgegen, während ihr gutgläubiger Gatte Orgon das verbale Balzspiel mit voyeuristischem Staunen verfolgt.</p>
<p>Am Ende ist Orgon der Gelackmeierte: „Oh happy Day?!“ Die Begeisterung versandet mit dieser Zeile, während der große Verführer im Kreise der Familie tafelt, es sich mit Frau und Tochter des Angeschmierten gut gehen lässt. Szenisch eine Variation auf Leonardos „Abendmahl“, beherrscht Tartuffe im goldenen Anzug das Tableaux und Orgon, an die Trittleiter gefesselt, muss hilflos die selbstverschuldete Misere und die Party der anderen mitansehen.</p>
<p>Das hervorragend eingespielte Ensemble zeigt Fingerspitzengefühl bei der Darstellung der Figuren, die teils bis an die Grenze von Karikatur und Comic geht: Couragiert und schlagfertig Alice Katharina Schmidt als Hausmädchen Dorine, klug und kapriziös Evelyn Nagel als Ehefrau Elmire und naiv spröde Sandra Pohl als Tochter Mariane. Tobias Gondolf gibt den verwöhnt aufsässigen Sohn Damis und René Laier als Orgon, ist ein dummdreistes Familienoberhaupt im Tugendmäntelchen.</p>
<p>Schließlich Stefan Holm als Schwager Cléante, dem bei Tartuffes homoerotischer Anmache der Kragen platzt: „Ich bin kein Ministrant!“, eine Pointe mit Lachgarantie. Überraschend der flirrend flamboyante Tartuffe von Markus Hennes, den kaum jemand von der Bettkante stoßen würde. Fazit: Scheinheilige sind gesellschaftsfähig, ein Schelm, wer dabei an gelackte Politkarrieristen, Finanzjongleure oder Heiratsschwindler vom Schlage Kachelmann denkt.</p>
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		<title>Virtuose Gitarristen mit musikalischen Reverenzen</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 08:28:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Duo di Siracusa“ eröffnet Klassik-Saison auf Schloss Liebenstein Für Roberto Salerno und Marcello Cappellani, die beiden Gitarristen aus Syrakus (Sizilien) sind die Auftritte in Heidelberg und auf Schloss Liebenstein (Neckarwestheim) ein Deutschlanddebüt. Verholfen hat ihnen dazu Martin Münch, Veranstalter des Neckarmusikfestivals, der mit dem Gitarrenduo die Saison „Klassik auf Schloss Liebenstein“ eröffnet. Unter dem Motto [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1205&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Duo di Siracusa“ eröffnet Klassik-Saison auf Schloss Liebenstein<img class="aligncenter size-full wp-image-1209" title="gitarrenduo aus syrakus" src="http://leowelzin.files.wordpress.com/2011/03/gitduo_060311-011.jpg?w=460" alt=""   /></p>
<p>Für Roberto Salerno und Marcello Cappellani, die beiden Gitarristen aus Syrakus (Sizilien) sind die Auftritte in Heidelberg und auf Schloss Liebenstein (Neckarwestheim) ein Deutschlanddebüt. Verholfen hat ihnen dazu Martin Münch, Veranstalter des Neckarmusikfestivals, der mit dem Gitarrenduo die Saison „Klassik auf Schloss Liebenstein“ eröffnet.</p>
<p>Unter dem Motto „Von Vivaldi bis De Falla“ bietet das Duo di Siracusa ein farbiges Programm von Originalstücken und Transkriptionen. Ob Vivaldis „Flötensonate“ (RV 52, Pastorale, Allemanda, Giga), Brahms „Streichsextett Nr. 1 B-Dur“ (op.18) oder Mozarts „Rondo alla Turca“, das Saiteninstrument erweist sich als wandelbarer Klangkörper, dem das versierte Spiel der Gitarristen quasi beiläufig feinste Tafelmusik, heiter elegante Tanzmusik und großen Konzertgenuss entlockt.</p>
<p>Kristallhelle Klänge im schnellen Wechsel mit dumpfen Clustern, akzentuiert trockene Schläge wie von Kastagnetten gegenüber samtweichen Melodiegirlanden, Stereo- und Echo-Effekte suggerieren weite Räume und eine plastische Klangwelt. Luigi Boccherinis berühmter „Fandango“ &#8211; zunächst für Streicher und Gitarre, später zum Gitarrenquintett umgeschrieben &#8211; gewinnt in der Duett-Version an Transparenz und Eleganz. Der Hauch Spanien verdankt sich zum einen den Elementen spanischer Volksmusik, mit denen Boccherini virtuos jongliert, zum anderen der Premium-Klasse der Gitarren.</p>
<p>Die Instrumente aus der Werkstatt Manuel Contreras sind wie geschaffen für’s spanische Kolorit. Während Manuel De Fallas (1876-1946) bekannter „Tanz“ aus „La vida breve“ das Publikum mitreißt, ist die „Fantasia“ von Fernando Sor (1778-1839) eine Entdeckung – nicht umsonst ist Sor sowohl als „Schubert wie als Beethoven der Gitarre“ in die Musikgeschichte eingegangen.</p>
<p>Nach Barock, Klassik und Romantik macht das Duo mit moderner, weitgehend unbekannter Gitarrenmusik vertraut, in der dennoch Vertrautes durchscheint. In der „Toccata“ des Franzosen Pierre Petit (1922-2000) sind Anklänge an die Gershwin-Oper „Porgy und Bess“ zu hören. Der Brasilianer Radamés Gnattali (1906–1988) macht in seiner Suite „Retratos“ eine Reverenz an Vertreter („Ernesto Nazareth“, „Chiquinha Gonzaga“) des rasanten brasilianischen Choro-Stils und Salernos eigene Komposition „Zwei Tänze für zwei Gitarren“ verbeugt sich vor Stravinskys „Feuervogel“. Viel Applaus für das gelungene Debüt. Und zwei überglückliche Musiker, die ihrerseits begeistert sind: warmherzig, aufgeschlossen und konzentriert sei das deutsche Publikum.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leowelzin.wordpress.com/1205/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leowelzin.wordpress.com/1205/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1205&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Faszination Nashorn – Vorbild China</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Nov 2010 17:38:40 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1200" title="Sibylle-Matthes-301010_51" src="http://leowelzin.files.wordpress.com/2010/11/sibylle-matthes-301010_51.jpg?w=460" alt=""   /></p>
<p>Sibylle Matthes: „Kunststück Tier“ Ausstellung in Bad Rappenau</p>
<p>Ein echter Exot war das Nashorn, das der indische Sultan Muzafar per Schiff nach Europa sendet. „Im Jahre 1515 nach Christi Geburt hat man Emanuel, dem großen und mächtigen König von Portugal, aus Indien ein solches lebendes Tier nach Portugal gebracht. Das nennen sie Rhinozeros. Das ist hier mit all seiner Gestalt abgebildet.“, schreibt Albrecht Dürer über seinen Holzschnitt, auf dem er, ohne das Tier je gesehen zu haben, das gepanzerte Ungeheuer verewigt.</p>
<p>In ihrer Ausstellung „Kunststück Tier“ greift Sibylle Matthes Tiermotive des deutschen Renaissance-Meisters auf. Neben Portraits von Pferd, Hund, Hahn, Schwein, Eule und Löwe hat es ihr das Rhinozeros angetan. Angefangen mit dem großen Konterfei „Kraft und Stärke“ widmet die Zeichnerin &#8211; mit Hang zum Jugendstil-Dekor à la Klimt &#8211; dem Motiv mehrere Aquarellstiftbilder in Orange- und Rot-Tönen. Mal balanciert das Nashorn „Standhaft“ auf einer riesigen Kugel, mal steht es Nase an Nase wie in „Gegner oder Begegnung“. Oder Matthes versetzt es an die „Ufer der Wildnis“, wo es sich im Wasser spiegelt.</p>
<p>In Stuttgart geboren ist Sibylle Matthes in Schwaigern aufgewachsen und hat ihr Abitur 1989 in Eppingen gemacht. Unterbrochen von Kindererziehungszeiten mäandert ihr Lebenslauf zwischen der Kunst (per Fernstudium), dem Handwerk (Töpferei) und der Wissenschaft (Diplom-Mathematikerin).  Vor anderthalb Jahren hat sie sich für die Kunst entschieden. Ihre Vorliebe gilt dem Zeichnen. Vorwiegend  im Selbststudium setzt sie sich zum einen intensiv mit Dürer (sei es Zeichnung, Radierung, Holzschnitt oder Kupferstich),  zum anderen mit chinesischer Tuschemalerei auseinander.</p>
<p>In Anlehnung an die Maler Wang Jia Nan und Cai Xiaoli, sowie deren Buch über Theorie und Praxis der Tuschemalerei ist die Serie „Aquarelle in Blautönen“ entstanden. „Die Umarmung“ der Wildkatzen, „Liebesgeflüster“ eines Vogelpaares, der „Sommernachtstanz“ zweier Schmetterlinge und die „Stille“ einer Eidechse sind poetische Momentaufnahmen der asiatischen Kunstauffassung und Naturliebe nachempfunden.</p>
<p>Der dritte Teil der Ausstellung  „Kunststück Tier“ sind Drahtskulpturen, die als dreidimensionale Zeichnungen zu verstehen sind. Da krabbeln überdimensionale Ameisen die Wand entlang, Frösche hocken „Zufrieden“ oder „Neugierig“ zum Sprung bereit. Und dem Rhinozeros begegnet der Betrachter in Gestalt eines „Nashornvogels“, ein Glas geblasenes, zerbrechliches Vögelchen schaukelt im filigranen Drahtgebilde des massigen Tieres.</p>
<p>Wer hätte gedacht, dass aus der Exot in der Kunst 500 Jahre überleben würde? Das Original nahm übrigens ein trauriges Ende: Der beschenkte König Emanuel wusste &#8211; außer einem Schaukampf gegen einen Elefanten, dem das Rhino schreckliche Angst einjagte, nichts damit anzufangen. Als Geschenk wurde es weitergereicht wie eine heiße Kartoffel. Schließlich sollte der Papst das Tier erhalten, doch auf der Reise nach Rom sank das Schiff vor der Küste Italiens.</p>
<p>Info: Ausstellung „Kunststück Tier. Bilder und Drahtskulpturen von Sibylle Matthes“ im Kulturhaus Forum Fränkischer Hof, Heinsheimer Straße 16; bis 5.12.2010. Samstag und Sonntag 14:00 &#8211; 17:00 Uhr</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/leowelzin.wordpress.com/1195/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/leowelzin.wordpress.com/1195/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1195&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>ein Kaleidoskop schöner Dinge</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 14:30:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#160; Das Comeback der Kaleidoskope bei der Verkaufsmesse handgewandt’10 vom 8. – 10.10. 2010 in der Innovationsfabrik Unikate aus Glas, Keramik, Holz und Leder, aus Flechtwerk, Filz und Textil, aus Metall, Gold und Silber &#8211; auf der Verkaufsmesse für Angewandte Kunst handgewandt’10 erwartet die Besucher vom 8. bis 10. Oktober ein Kaleidoskop schöner Gegenstände. Die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=leowelzin.wordpress.com&amp;blog=1486208&amp;post=1172&amp;subd=leowelzin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1176" title="kaleidoskop-3-Spieg" src="http://leowelzin.files.wordpress.com/2010/10/kaleidoskop-3-spieg.jpg?w=460&#038;h=249" alt="" width="460" height="249" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Comeback der Kaleidoskope bei der Verkaufsmesse handgewandt’10 vom 8. – 10.10. 2010 in der Innovationsfabrik</p>
<p>Unikate aus Glas, Keramik, Holz und Leder, aus Flechtwerk, Filz und Textil, aus Metall, Gold und Silber &#8211; auf der Verkaufsmesse für Angewandte Kunst handgewandt’10 erwartet die Besucher vom 8. bis 10. Oktober ein Kaleidoskop schöner Gegenstände.</p>
<p>Die handgewandt besteht seit 2006 und findet im besonderen Ambiente der Innovationsfabrik statt. Sie wird vom WerkForum Heilbronn zum fünften Mal veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft von Kulturbürgermeister Harry Mergel. Auf einer Ausstellungsfläche von 700 Quadratmetern präsentieren dreißig Kunsthandwerker hochwertiges Design und erlesene Objektkunst für Haus und Garten.</p>
<p>Ideenreichtum verbindet sich mit handwerklicher Kompetenz und Fachwissen. Basis für Kreativität und Innovation im Bereich der aktuellen Angewandten Künste ist die Balance zwischen gestalterischem Anspruch und handwerklichen Qualitätsgedanken – immer gilt das umfassende Arbeitsprinzip, bei dem die Herstellung eines Objektes von der ersten Ideenskizze bis zur endgültigen Ausführung in einer Hand liegt.</p>
<p>Idealtypisches Beispiel dafür sind die Kaleidoskope aus der Kreativwerkstatt des Erfinderduos Monika und Ulrich Karl (Buhlenberg). Von Japan bis Mexiko wurden ihre Innovationen mit internationalen Preisen bedacht. Ein einfacher  Bausatz ist ab 15€, klassische Kaleidoskope bis zu raffinierten Konstruktionen wie Vario-, Drehkammer-, Mandala- oder 3D Rad-Kaleidoskop sind (bis in den vierstelligen Bereich) in allen Preisklassen zu haben.</p>
<p>Textile Unikate sind ein Schwerpunkt in diesem Jahr. Gestrickte Leidenschaften der Berliner Modedesignerin Arian Schöner, Strickdesign von Gisela und Susanne Kiener (Radolfzell), Handgewebtes aus Naturmaterialien im Stil japanischer Kimonos von Helga Becker (Lohmar) oder die schmusefreudigen Tier- und Handspielfiguren von Marie Barleben (Endingen) sowie witzig-elegante Damen- und Herrenhüte von Sabine Combé (Denzlingen) machen Lust auf einen Besuch der Verkaufsmesse.</p>
<p>Designer und Kunsthandwerker kommen aus ganz Deutschland, um auf der handgewandt’10 Neues aus Ateliers und Werkstätten vorzustellen. Ob Kleider, Taschen, Schmuck und Accessoires, ob Porzellan von Martina Sigmund-Servetti (Heilbronn), Steinzeug von Lydia Braune (Guntersblum) oder Lampen aus dem Studio papier-und-licht der Architektin Martha Schubert-Schmidt (Gerbrunn), originell, zeitlos und formschön ist die Fülle erlesener Werke, die den Alltag ästhetisch aufwerten.</p>
<p>Mit der Partnerschaft zwischen dem WerkForum Heilbronn, einer regionalen Gruppierung des Bundes der Kunsthandwerker Baden-Württembergs (BdK) und der Innovationsfabrik Heilbronn, einem der führenden Technologiezentren Deutschlands, ist es gelungen, ein Signal für die Zukunft zu setzen, wobei High-Tech und Angewandte Kunst zu einer erfolgreichen Symbiose verschmelzen.</p>
<p>Info: handgewandt’10 &#8211; die Verkaufsausstellung für Angewandte Kunst vom 8. bis 10. Oktober in der Innovationsfabrik Heilbronn, Weipertstraße 8-10, 74076 Heilbronn. Eröffnung am 8. Oktober um 19 Uhr; weitere Öffnungszeiten am 10. und 11.Oktober jeweils von 11 bis 18 Uhr. Aktuelle Informationen unter: www.handgewandt.de</p>
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